Weiterbildung in Psychodynamischer Paartherapie

Weiterbildung in Psychodynamischer Paartherapie

Seit 2004 bietet das Institut für Paartherapie IFP kontinuierlich zertifizierte Fort- und Weiterbildungen in Psychodynamischer Paartherapie an.

Seit Oktober 2022 wird die dreijährige Weiterbildung in psychodynamischer Paartherapie in neuem Format als Kohorte angeboten und mit aktuellen Perspektiven einer Beziehungs-orientierten Psychoanalyse, Beiträgen aus Sozialtheorie und zur gesellschaftlichen Relevanz aktualisiert.

Psychodynamische Paartherapie

Die psychoanalytische Paartherapie, wie sie im IFP Frankfurt vermittelt wird, gründet wesentlich auf objektbeziehungs-psychologischen Konzepten. Diese wurden am Tavistock Institute in den 1960er-Jahren unter anderem von W. R. D. Fairbairn, Michael Balint und Donald Winnicott entwickelt und später von David Scharff sowie Jill Savege Scharff in ihren Arbeiten über das interpersonelle Unbewusste für die Paartherapie weitergeführt.

Ein zentraler Bezugspunkt sind die Überlegungen von Henry Dicks zur unbewussten Passung von Paaren („unconcious Complementary beschrieben in „Marital Tension“ 1967“). Im deutschsprachigen Raum wurden diese unbewussten gegenseitigen Projektions-Prozesse insbesondere durch Jürg Willi unter dem Begriff der „Kollusion“ bekannt.

Auch die Bindungsforschung, begründet von John Bowlby, liefert wichtige Impulse für das Verständnis von Paarbeziehungen. Ergänzend dazu werden neuere Konzepte der Mentalisierung – etwa von Peter Fonagy und Peter Rottländer – sowie Feld- und Link-Theorien zur Intersubjektivität des Unbewussten vermittelt.

Wichtige Beiträge zur Weiterentwicklung der Paartherapie stammen zudem von Horst-Eberhard Richter, Thea Bauriedl, Michael Lukas Moeller und jüngst von Mary Morgan.
Ein vertiefender Bestandteil der Weiterbildung ist die Auseinandersetzung mit kulturhistorischen und gesellschaftspolitischen Einflüssen auf Paar- Beziehungen in ihrer wechselseitigen Bezogenheit im soziokulturellen Raum.

Im Zentrum steht das Verstehen der unbewussten Paardynamik: insbesondere der gemeinsam entwickelten interpersonellen und psychosozialen Abwehrmuster. Von besonderer Bedeutung ist dabei das Erkennen wechselseitiger Projektionen und projektiver Identifizierungen – ebenso wie deren Bearbeitung im therapeutischen Prozess. Ziel ist eine bewusstere, differenziertere und lebendigere Gestaltung von Beziehung.

Psychoanalytische Paartherapie findet in unterschiedlichen Settings Anwendung: in der Krisenintervention, in fokussierten therapeutischen Prozessen, in der Paarberatung, in Mediationen, sowie in längerfristigen Behandlungen. In Verbindung mit gruppenanalytischem Wissen – das nicht Bestandteil dieses Curriculums ist – kann sie auch im Rahmen von Paargruppen eingesetzt werden.

Zielgruppen und Voraussetzungen für unsere Weiterbildung

Das Weiterbildungsangebot richtet sich an der in der Richtlinienpsychotherapie tätigen Therapeut:innen (Ärztliche und Psychologische Psychotherapeut:innen, Analytische Kinder und Jugendlichenpsychotherapeut:innen) und Interessierte aus allen anderen Berufsgruppen, die mit Paaren arbeiten wir z.B. Sozialpädagog:innen.



 

Voraussetzung ist eine abgeschlossene, psychotherapeutische Weiterbildung. Es sollten psychodynamische und psychoanalytische Grundkenntnisse vorhanden sein.

 

Ein oder mehrere Aufnahmegespräche werden von Mitgliedern des Weiterbildungsausschusses des IFP geführt.

Geeignet für:
Teilnahmevoraussetzungen:

Ziele der Fort- und Weiterbildung

Die Weiterbildung soll dazu befähigen, psychodynamische Konflikt- und Beziehungsstrukturen von Paaren zu erkennen und zu verstehen sowie die sich entfaltenden Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse in der Arbeit mit Paaren wahrzunehmen. Wir begreifen sie als Mittel der Kommunikation machen sie für den therapeutischen Prozess fruchtbar. Das Verstehen der zugrunde liegenden Paardynamik, der therapeutische Umgang mit den sich entfaltenden unbewussten Prozessen in der Behandlungssituation und der gezielte Einsatz der eigenen inneren Vorgänge als zentrales therapeutisches Instrument sollen vermittelt werden. Die begleitende Selbsterfahrung soll dieses Instrument präziser »stimmen«. Der Erwerb diagnostischer Fertigkeiten, paartherapeutischer Haltung und Behandlungskompetenz sind weitere zentrale Lernziele. Diese Verschränkung von Theorievermittlung mit eigenen Erfahrungen ermöglicht es, kognitiv und emotional stimmig, authentisch, zugleich reflektierend und deutend, Paare aus der Krise therapeutisch begleiten zu können. Fallvorstellungen und Diskussionen dienen der ergänzenden Illustration der Verstehensmöglichkeiten und helfen beim therapeutischen Umgang mit schwierigen Situationen.

Abschluss der dreijährigen IFP-Weiterbildung 2022-2025
Abschluss der dreijährigen IFP-Weiterbildung 2022-2025

Curriculum Weiterbildung in psychodynamischer Paartherapie

Das IFP stellt ein qualifiziertes Zertifikat aus. Zusammen mit der Empfehlung, eine aufbauende familientherapeutische Weiterbildung an einem Institut des Bundesverbandes Psychoanalytische Paar- und Familientherapie (BvPPF) zu absolvieren, stellt es den notwendigen fachlichen Nachweis für die Aufnahme als ordentliches Mitglied in den BvPPF dar. Näheres regelt die jeweils letzte Aufnahmeordnung und die Satzung des BvPPF. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.

Durchführung von mindestens 80 Sitzungen Paartherapie (mindestens drei Fälle, davon ein Fall mit mindestens 20 Stunden). Hierzu müssen mindestens 24 Unterrichtseinheiten (UE) an externer Supervision bescheinigt werden.

 

Diese Bescheinigungen sind bei der Anmeldung zur Prüfung vorzulegen.
Das Verstehen der unbewussten Paarabwehr, wie sie sich in speziellen, gemeinsam operierenden Abwehrmechanismen zeigt und die Förderung der gegenseitigen Einfühlung sind wichtige Elemente der Paartherapie, die zu einer bewussten Beziehung führen soll.

 

Psychoanalytische Paartherapie als Methode findet Anwendung in der Krisenintervention, der Fokaltherapie und Paarberatung sowie als Langzeittherapie, außerdem zusammen mit Kennt­nissen in Gruppenanalyse, die nicht Bestandteil dieses Curriculums ist, als Paargruppenanalyse.

Die Weiterbildung soll dazu befähigen, psychodynamische Konflikt- und Beziehungsstrukturen von Paaren zu erkennen und zu verstehen sowie die sich entfaltenden Übertragungs- und Gegenübertragungsprozesse in der Arbeit mit Paaren wahrzunehmen, als Mittel der Kommunikation zu begreifen und für den therapeutischen Prozess fruchtbar zu machen. Der Erwerb diagnostischer Fertigkeiten, paartherapeutischer Haltung und Behandlungskompetenz sind weitere zentrale Lernziele.

Das Verstehen der zugrunde liegenden Paardynamik, der therapeutische Umgang mit den sich entfaltenden unbewussten Prozessen in der Behandlungssituation und das gezielte Einsetzen der eigenen inneren Vorgänge als zentrales therapeutisches Instrument sollen vermittelt werden. Die begleitende Selbsterfahrung soll dieses Instrument präziser „stimmen“. Das Verstehen der unbewussten Paarabwehr, wie sie sich in speziellen, gemeinsam operierenden Abwehrmechanismen zeigt und die Förderung der gegenseitigen Einfühlung sind wichtige Elemente der Paartherapie, die zu einer bewussten Beziehung führen soll.
Diese Verschränkung von Theorievermittlung mit eigenen Erfahrungen ermöglicht es, kognitiv und emotional stimmig, authentisch, zugleich reflektierend und deutend Paare in der Krise therapeutisch begleiten zu können. Fallvorstellungen und Diskussionen dienen der ergänzenden Illustration der Verstehensmöglichkeiten und helfen beim therapeutischen Umgang mit schwierigen Situationen.
Psychodynamische Paartherapie als Methode findet Anwendung in der Krisenintervention, der Fokaltherapie und Paarberatung sowie als Langzeittherapie, außerdem zusammen mit Kennt­nissen in Gruppenanalyse, die nicht Bestandteil dieses Curriculums ist, als Paargruppenanalyse.
Das Weiterbildungsangebot richtet sich an

Interessierte aus dem Bereich der in der Richtlinienpsychotherapie (Ärztliche und Psychologische Psychotherapeut:innen, Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut:innen) und andere Berufsgruppen wie der Sozialpädagogik, der Krankenhausseelsorge, der Supervision und anderen professionell mit Paaren Arbeitende.

 

Voraussetzung ist eine abgeschlossene, wenn möglich psychotherapeutische oder beraterische Berufsausbildung, die parallel zur Weiterbildung eine Arbeit mit Paaren ermöglicht. Alle Bewerber sollen in ihren Berufsfeldern während der Weiterbildung therapeutisch beziehungsweise beraterisch mit Paaren tätig sein können.

 

Die Bewerber sollten psychoanalytische Grundkenntnisse aufweisen oder in der ersten Phase der Weiterbil­dung diese an einem psychoanalytischen Ausbildungsinstitut im Rahmen der dort angebotenen Veranstaltungen erwerben.

 

Die Zulassung zur Weiterbildung erfolgt nach einem, manchmal nach mehreren Aufnahmegesprächen mit Mitgliedern des Weiterbildungsausschusses des Instituts für Paartherapie.

N. N. 

1. Die Grundlagen
  • Paartherapeutisch arbeiten lernen – Fundamente psychodynamischer Paartherapie
  • Empirische Forschung – Unbewusste Themen
  • Zwiegespräch (Dyalog) / Zwiegespräche in der Praxis
  • Äußeres Arbeitsbündnis und Setting – Paarerstgespräch und Assessment
  • Indikation und Kontraindikation / Interpersonelle Abwehr und Übertragung
  • Gegenübertragung
  • Projektive Identifizierung – Introjektive Identifizierung
  • Kollusionen – Die vier klassischen Kollusionsmodelle sowie neuere Modelle. 
  • Bindungstheorie
  • Paartherapie unter Bindungsaspekten
  • Objektbeziehungstheoretische Aspekte in der Paartherapie
  • Zusammenhänge mit der Linktheorie 
  • Grundlagen und Praxis der Mentalisierungsförderung 
  • Die Dynamik von Affären
  • Affären: Trauma und Chancen verstehen
  • Arbeiten mit der Entwicklung nach der Affäre  
  • Beendigung einer Paartherapie – Evaluation der eigenen Entwicklung
  • Sexualität
  • Liebe
  • Isolation
  • Psychosomatik
  • Gemeinsame Verarbeitung von Traumatisierungen
  • Diversität  

Selbsterfahrung findet intern während der Workshops statt.


Supervisionen finden intern während der Workshops statt,
dazu kommt Externe Supervision.

Notwendig ist eine bestimmte Menge an UE an Supervision als Einzel- oder Gruppensupervision für die paartherapeutischen Fälle. Insgesamt sollen extern und intern eine bestimmte Anzahl an Paartherapiesitzungen besprochen werden. Es sollen verschiedene Fälle in den Supervision vorgestellt werden. Näheres regelt eine eigene Supervisionsordnung.

Teilnahme
Die Teilnahme besteht aus 6 viertägigen Workshops plus mindestens 6 Online-Seminaren von mind. 180 Minuten Länge und dauert insgesamt drei Jahre plus ein Prüfungsworkshop. Sie beinhaltet 252 Unterrichtseinheiten. Davon bestehen 120 UE aus Theorie, 52 UE aus Selbsterfahrung und 56 UE aus interner Supervision, wozu noch 24 UE externe Supervision kommen. Dabei darf ein verpasster Workshop durch 4 Online-Seminare oder das Einführungsseminar ersetzt werden. Die Gruppensupervisionen des verpassten Workshops können durch 2 Einzelsupervisionen ausgeglichen werden.
Mindestens ein auf einem Workshop vorgetragenes Referat ist zur Zulassung zum Abschluß nötig.
Zum Abschluss ist die Durchführung von mindestens 80 Sitzungen Paartherapie notwendig, mindestens drei Fälle, davon ein Fall mit mindestens 20 Stunden. Dazu sind mindestens 24 Unterrichtseinheiten (UE) an externer Supervision notwendig.

Die Prüfungen finden nach Abschluss der Weiterbildung in gesonderten Prüfungsgesprächen (gegebenenfalls auch online) statt. In einem Kolloquiumsgespräch wird eine Paarberatung/-therapie vorgestellt und diskutiert.
Vier Wochen vorher ist dem IFP ein anonymisierter Fallbericht im Umfang von höchstens zehn Seiten einzureichen.

 

Das Kolloquium dient dem gegenseitigen Austausch über Inhalte und Verlauf der Weiterbildung und einer abschließenden Evaluierung.

Die vertragliche Übereinkunft finden Sie hier.

N. N. 

Prüfungsordnung zur Weiterbildung in psychoanalytischer Paartherapie

Kopie des Abschlusses der zugrundeliegenden psychotherapeutischen Weiterbildung.

 

Durchführung von mindestens 80 Sitzungen Paartherapie (mindestens drei Fälle, davon ein Fall mit mindestens 20 Stunden). Hierzu müssen mindestens 24 Unterrichtseinheiten (UE) an externer Supervision bescheinigt werden.

 

Diese Bescheinigungen sind bei der Anmeldung zur Prüfung vorzulegen.
Das Verstehen der unbewussten Paarabwehr, wie sie sich in speziellen, gemeinsam operierenden Abwehrmechanismen zeigt und die Förderung der gegenseitigen Einfühlung sind wichtige Elemente der Paartherapie, die zu einer bewussten Beziehung führen soll.

 

Psychoanalytische Paartherapie als Methode findet Anwendung in der Krisenintervention, der Fokaltherapie und Paarberatung sowie als Langzeittherapie, außerdem zusammen mit Kennt­nissen in Gruppenanalyse, die nicht Bestandteil dieses Curriculums ist, als Paargruppenanalyse.

Die Teilnahme an 6 viertägigen Workshops plus mindestens 6 Online-Seminaren von mind. 180 Minuten Dauer innerhalb von drei Jahren beinhaltet 252 Unterrichtseinheiten. Davon bestehen 120 UE aus Theorie, 52 UE aus Selbsterfahrung und 80 UE aus Supervision. Dabei darf ein verpasster Workshop durch 4 Online-Seminare oder das Einführungsseminar ersetzt werden. Die Gruppensupervisionen des verpassten Workshops
können durch 2 Einzelsupervisionen ausgeglichen werden.

 

Mindestens ein auf einem Workshop vorgetragenes Referat.

 

Zwei Fallvorstellungen, die im Rahmen der Workshops supervidiert wurden.

 

Eine Abschlussarbeit über eine Paartherapie über mindestens 20 Therapiestunden.

Die Anmeldung erfolgt schriftlich spätestens am Ende des der Prüfung vorangehenden Workshops.

Die Prüfungen finden nach Abschluss der Weiterbildung in gesonderten Prüfungsgesprächen (gegebenenfalls auch online) statt.

 

In einem Kolloquiumsgespräch wird eine Paarberatung/-therapie vorgestellt und diskutiert.
Vier Wochen vorher ist dem IFP ein anonymisierter Fallbericht im Umfang von höchstens zehn Seiten einzureichen.

 

Das Kolloquium dient dem gegenseitigen Austausch über Inhalte und Verlauf der Fortbildung und einer abschließenden Evaluierung.

 

Das IFP stellt im Anschluss ein qualifiziertes Zertifikat aus

Supervisionsordnung zur Weiterbildung in psychoanalytischer Paartherapie

1. In der Weiterbildung in psychodynamischer Paartherapie findet die Supervision grundsätzlich bei zugelassenen Mitgliedern des Instituts statt (Supervisor:innen).

 

2. Der Weiterbildungsausschuss des IFP bestimmt dazu besonders geeignete Mitglieder. Diese Entscheidung ist nicht anfechtbar.

 

3. Supervisor:innen, die gleichzeitig die Selbsterfahrungsgruppe der Supervision suchenden Weiterbildungsteilnehmer:innen leiten, sind dafür grundsätzlich ausgeschlossen.

 

4. Grundsätzlich zugelassen sind Gastreferent:innen, die während einer Ausbildungsveranstaltung des IFP Supervision anbieten.

 

5. Die Supervisor:innen betreuen jeweils maximal 3 Supervisand:innen einzeln oder eine Gruppe mit maximal 3 Teilnehmer:innen. Eine Gruppensitzung (90 Min.) wird wie eine anderthalbfache Einzelsitzung gezählt. Sollten insgesamt mehr Anfragen als Plätze vorhanden sein, bestimmt der Weiterbildungsausschuss das weitere Vorgehen.

 

6. Die Supervisand:innen wählen nacheinander zwei verschiedene Supervisor:innen, zwischen denen die notwendigen externen Supervisionen etwa hälftig aufgeteilt werden sollen.

 

7. Auswärtige Weiterbildungsteilnehmer:innen können Telefon- und Online-Supervision in Anspruch nehmen.

 

8. Sollte das IFP nicht genügend Plätze anbieten können, sind grundsätzlich die Supervisor:innen des Bundesverbandes für psychoanalytische Paar- und Familientherapie zugelassen (www.bvppf.de).

 

9. Für den Fall, dass keine der genannten Möglichkeiten in Betracht kommt, kann auf ausführlichen schriftlichen Antrag an den Weiterbildungsausschuss und nach dessen Genehmigung eine auswärtige Supervision genutzt werden.

 

10. Änderungen der Supervisionsordnung werden vom Weiterbildungsausschuss vorgeschlagen und vom Vorstand genehmigt. Im Konfliktfall entscheidet die Mitgliederversammlung.

Fassung vom 28.07.2021
Institut für Paartherapie (IFP) e.V.

Aktuelle Supervisionsordnung als PDF-Download